Immobilie fürs Fotoshooting vorbereiten: 10 klare Schritte

PRAXISWISSEN · TOBIAS KAUPPE

31. AUGUST 2026 · 6 MIN.

Aufgeräumtes Wohnzimmer mit großer Fensterfront als Vorbereitung für professionelle Immobilienfotografie

Eine gute Kamera kann viel. Den Wäschekorb wegräumen kann sie nicht. Ein bisschen Vorbereitung gehört deshalb zu einem Immobilien-Shooting dazu.

Es geht nicht darum, aus jedem Zuhause ein Musterhaus zu machen. Die Räume sollen einfach so vorbereitet sein, dass man sie gut sehen kann. Ohne Kabelsalat, volle Arbeitsflächen und die Post der letzten drei Wochen.

Mit diesen zehn Schritten ist schon einiges erledigt. Ein Handbuch mit 48 Seiten brauchen wir dafür nicht.

1. Persönliches kurz beiseiteräumen

Interessenten sollen sich die Räume ansehen. Nicht die Familienfotos, die Post auf dem Tisch oder den Medikamentenvorrat.

Räumen Sie persönliche Bilder, Namensschilder, Dokumente und Medikamente vor dem Termin weg. Die Immobilie darf bewohnt aussehen. Sie muss nur nicht gleich die Lebensgeschichte ihrer Bewohner erzählen.

2. Freie Flächen helfen mehr als zusätzliche Deko

Auf einer Küchenarbeitsplatte stehen schnell Kaffeemaschine, Toaster, Obstschale und noch fünf Dinge, die da eigentlich nur kurz liegen sollten. Auf dem Foto sieht man sie alle.

Ein paar bewusst ausgewählte Gegenstände dürfen bleiben. Der Rest kommt weg. Schauen Sie besonders auf diese Flächen:

  • Küchenarbeitsplatten und Esstische
  • Schreibtische und Nachttische
  • Waschbecken und Badewannenränder
  • Fensterbänke, Kommoden und offene Regale

3. Die Küche muss keine Ausstellung werden

Eine ordentlich platzierte Kaffeemaschine ist kein Problem. Spülmittel, Schwämme, Geschirrtücher, Vorräte und ein voller Abtropfständer lenken dagegen vom Raum ab.

Auch Kühlschrankmagnete, Mülleimer und Tiernäpfe dürfen für die Aufnahmen kurz verschwinden. Wir wollen zeigen, wie die Küche aufgebaut ist. Nicht, was gestern gekocht wurde.

4. Im Bad reicht weniger

Zahnbürsten, Rasierer, Kosmetik und Wäschekörbe kommen aus dem Blick. Ein oder zwei passende Handtücher reichen meistens schon.

Dann noch den Toilettendeckel schließen, den Spiegel prüfen und die Armaturen trockenwischen. Kalkflecken und Schlieren fallen auf Bildern oft mehr auf als beim schnellen Blick am Morgen.

5. Fenster sauber, Lampen heil

Saubere Fenster, Spiegel und Glasflächen machen einen Unterschied. Gerade im hellen Gegenlicht sind Flecken sonst gut zu erkennen. Leider meist besser als gewünscht.

Prüfen Sie auch die Leuchten. Defekte Lampen oder stark unterschiedliche Lichtfarben wirken unruhig. Welche Beleuchtung wir tatsächlich einschalten, entscheiden wir beim Termin. Funktionieren sollte sie trotzdem.

6. Den Kabelsalat kurz verstecken

Ladekabel, Mehrfachsteckdosen und lose Fernsehkabel dürfen aus dem Bild. Dafür muss niemand die halbe Unterhaltungselektronik auseinanderbauen. Bündeln oder kurz außer Sicht legen reicht oft.

Fernseher und Monitore bleiben ausgeschaltet. Um mögliche Spiegelungen kümmere ich mich bei der Wahl des Aufnahmewinkels.

7. Freie Wege statt Möbel-Tetris

Schuhe, Taschen, Getränkekisten und der Wäscheständer sollten nicht in den Laufwegen stehen. Türen müssen sich vernünftig öffnen lassen.

Legen Sie vorher einen Abstellbereich fest, der nicht fotografiert wird. Etwa einen geeigneten Kellerraum oder die Garage, sofern sie nicht Teil der Aufnahmen ist. Sonst wandert derselbe Wäscheständer den ganzen Termin vor uns her.

8. Draußen gehört mit dazu

Einfahrt, Hauseingang, Terrasse und Garten gehören zum Eindruck der Immobilie. Ein aufgeräumtes Wohnzimmer hilft nur bedingt, wenn draußen zuerst die Mülltonnen ins Auge fallen.

Sind Drohnenaufnahmen vorgesehen, ist eine freie Einfahrt ebenfalls hilfreich. Ob geflogen werden kann, hängt zusätzlich von Wetter, Standort und den geltenden Vorgaben ab.

  • Mülltonnen und Gartengeräte aus dem Blick räumen.
  • Fahrzeuge nach Absprache aus der Einfahrt fahren.
  • Gartenmöbel ordentlich hinstellen.
  • Schläuche aufrollen und vertrocknete Pflanzen entfernen.
  • Rollläden möglichst einheitlich öffnen.

9. Kleinigkeiten vorher erledigen

Eine schiefe Gardine, eine lockere Schranktür oder eine fehlende Glühbirne: Was sich vorher ordentlich beheben lässt, muss uns beim Termin nicht mehr beschäftigen.

Dabei geht es um Vorbereitung, nicht ums Vertuschen. Tatsächliche Mängel der Immobilie werden nicht einfach kaschiert. Das Objekt soll gut zu erkennen sein und ehrlich dargestellt werden.

10. Kurz absprechen, dann wissen alle Bescheid

Geben Sie den Bewohnern die Hinweise ein paar Tage vorher. Zehn Minuten vor dem Termin ist ein sportlicher Zeitpunkt, um das ganze Haus aufzuräumen.

Ein kurzes Gespräch vorab reicht oft, um die wichtigsten Fragen zu klären:

  • Wer öffnet die Immobilie?
  • Welche Räume und Nebengebäude sollen gezeigt werden?
  • Was darf nicht auf die Bilder?
  • Sind Außen- oder Drohnenaufnahmen geplant?
  • Welche Besonderheiten sollen wir unbedingt zeigen?

Am Shootingtag: noch einmal durchgehen

Kurz vor dem Termin lohnt sich ein letzter Blick:

  1. Alle Räume lüften und danach die Fenster schließen.
  2. Rollläden und Vorhänge öffnen.
  3. Persönliche Unterlagen aus dem Blick räumen.
  4. Noch einmal die Leuchten prüfen.
  5. Fahrzeuge nach Absprache umparken.
  6. Haustiere für die Aufnahmen sicher unterbringen.
  7. Den vorgesehenen Abstellbereich freihalten.

Danach darf es auch gut sein. Einen Stuhl rücken oder einen Vorhang zurechtziehen können wir beim Termin gemeinsam. Niemand muss mit der Wasserwaage hinter mir herlaufen.

Gut vorbereitet ist schon halb entspannt

Wenn vorher klar ist, was gezeigt werden soll, und die Räume bereit sind, können wir uns beim Termin auf die Aufnahmen konzentrieren. Das ist für Bewohner, Makler und mich deutlich angenehmer.

Sie planen ein Shooting und sind unsicher, was vorher erledigt werden muss? Sprechen Sie mich an. Dann klären wir gemeinsam, was bei Ihrem Objekt wichtig ist.

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Schick mir Ort, Objektart und den gewünschten Umfang. Ich melde mich persönlich mit einer klaren Empfehlung.