Seit Mitte August: drei Aufträge, vier Websites und noch kein einziges Reel

TOBIAS KAUPPE

Seit Mitte August arbeite ich richtig aktiv an Kauppe Visuals. Zeit für einen ersten Rückblick.

Die Kurzfassung: drei Aufträge umgesetzt, ungefähr vier eigene Websites gebaut, einen Workshop besucht, den Drohnenführerschein erweitert und ziemlich viel dazugelernt.

Ach ja: vier Versuche, ein Video für Social Media aufzunehmen. Vier Abbrüche. Null Material.

Läuft. Also einiges zumindest.

Drei Aufträge. Weniger als erhofft, aber ein Anfang.

Zweimal durfte ich Drohnenaufnahmen für die Sparkasse machen. Dazu kam ein Auftrag für ein Büro in Andernach.

Über diese Aufträge freue ich mich. Hatte ich mir für die ersten Wochen mehr vorgestellt? Ja, schon.

Meine Rechnung am Anfang war ziemlich einfach: Immobilien gibt es genug. Gute Bilder werden gebraucht. Ich biete sie an. Das sollte doch zusammenpassen.

Was in dieser Rechnung fehlte: Mich kannte kaum jemand. Meine Website musste überhaupt erst gefunden werden. Und Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass ich irgendwo „regionaler Partner“ hinschreibe.

War ich da etwas naiv? Absolut.

Möchte ich dem Ganzen trotzdem Zeit geben? Auf jeden Fall.

Es ist schließlich kein Sprint, sondern ein Marathon. Uff. Zwei Euro ins Phrasenschwein.

Vier Websites. Alle für denselben Kunden: mich.

In der Zeit habe ich sicherlich vier Websites gebaut. Nicht für Kunden, sondern für meinen eigenen Auftritt.

Ich bin von einem Website-Baukasten zum nächsten gewechselt, bis ich bei einem Ergebnis angekommen bin, mit dem ich erst mal zufrieden bin.

Dabei habe ich einiges gelernt: über Gestaltung, Technik und darüber, wie viel Zeit in einer vermeintlich kleinen Änderung verschwinden kann.

Unterm Strich macht mich das nicht dümmer. Es bringt nur währenddessen auch noch keinen Auftrag rein.

Das ist etwas, das ich gerade lernen muss: Am eigenen Unternehmen zu arbeiten und tatsächlich Kunden zu gewinnen sind zwei unterschiedliche Dinge. Beides ist nötig. Das eine ersetzt das andere aber nicht.

Und dann war da noch die Domain.

Die Verifizierung meiner Domain war ein Kapitel für sich. Fast zwei Monate hat sich das Ganze hingezogen.

Dokumente einreichen. Ablehnung bekommen. Mit dem Support schreiben. Andere Unterlagen einreichen. Wieder warten.

Junge, war das zermürbend.

Ich wollte eine Website betreiben und habe mich stattdessen gefühlt hauptsächlich mit dem Nachweis beschäftigt, dass ich auch wirklich ich bin.

Inzwischen ist das Thema erledigt. Immerhin weiß ich jetzt, wie es funktioniert. Beim nächsten Mal dürfte es gern etwas weniger lehrreich werden.

Fotografieren konnte ich doch schon. Dachte ich.

Ich habe einen Workshop in Köln besucht. Es ging um die Kamerabedienung, die Arbeit mit Lightroom und den Einsatz von KI in der Bildbearbeitung.

Vorher war ich durchaus der Meinung, dass ich schon ganz gut wüsste, wie das alles geht.

Ich hatte schließlich YouTube-Videos geschaut. Da kann fachlich eigentlich nicht mehr viel fehlen. ;)

Im Workshop habe ich dann gemerkt: Doch, da geht noch einiges.

Dinge direkt gezeigt zu bekommen, Fragen stellen zu können und die eigene Arbeitsweise zu hinterfragen, ist etwas anderes, als sich abends ein Video anzusehen.

Der Workshop war sehr lehrreich. Auch für die Erkenntnis, dass ein bisschen weniger Selbstsicherheit manchmal ganz hilfreich ist.

A2-Schein: Pustekuchen mit „mal eben“.

Meinen Drohnenführerschein habe ich ebenfalls erweitert.

Auch da war meine erste Einschätzung eher entspannt: Wird schon. Was ich nicht weiß, kann ich beim Lernen nachschauen oder mir von der KI erklären lassen.

Bei meiner A2-Theorieprüfung saß ich dann vor einer überwachten Onlineprüfung mit Kamerazugriff. Da musste das Wissen im eigenen Kopf sitzen.

Zum Glück hat es direkt beim ersten Versuch geklappt.

Wobei: Ganz so viel Glück war es vielleicht auch nicht. Der Wetterteil aus meiner Nautikausbildung bei der Marine hat mir dabei ordentlich geholfen. Ohne diese Grundlage hätte ich an einigen Stellen deutlich mehr zu knabbern gehabt.

Manchmal zahlt sich früher Gelerntes eben an einer Stelle aus, an die man damals noch gar nicht gedacht hat.

Kunden gewinnen: der Teil mit dem größten Denkfehler.

Bei der Akquise war ich wahrscheinlich am blauäugigsten.

Ich habe recherchiert, wie viele Maklerbüros und Banken es in der Umgebung gibt. Dann habe ich mir angeschaut, wie viele Immobilien im Umkreis von ungefähr 100 Kilometern angeboten werden.

Das waren eine Menge.

Mein Gedanke: Wenn ich davon nur einen kleinen Teil erreiche, ist das doch ein guter Anfang.

Was eine große Zahl an Inseraten allerdings nicht bedeutet: dass dahinter genauso viele Menschen auf einen neuen Fotografen warten.

Viele haben bereits jemanden. Andere machen ihre Bilder selbst. Und manche sind mit ihren bisherigen Ergebnissen zufrieden.

Ich halte gute Immobilienbilder für wichtig. Sonst würde ich das hier nicht machen. Aber nur, weil ich ihren Nutzen sehe, möchte jemand anderes dafür noch lange nicht sofort Geld ausgeben.

Das muss ich verständlich erklären und Vertrauen aufbauen. Mit meinem eigenen Enthusiasmus allein ist es nicht getan.

40 Briefe, zwei Antworten.

Also habe ich Flyer und Visitenkarten drucken lassen.

Dazu kam jeweils ein persönliches Anschreiben. Alles in einen Umschlag, die Adresse außen mit dem Füller geschrieben und ab zur Post.

Von 40 Briefen kamen zwei Antworten.

Natürlich hätte ich mich über mehr gefreut. Aber zwei Antworten sind auch zwei Menschen, die sich zurückgemeldet haben. Das ist für mich erst mal in Ordnung.

Es zeigt nur ziemlich deutlich: Ein bisschen Mühe reinstecken und anschließend auf einen vollen Kalender warten funktioniert so nicht.

Angebot erweitert. Kalender trotzdem nicht plötzlich voll.

Ich habe Grundrisse mit aufgenommen und biete inzwischen auch die Nachbearbeitung vorhandener Bilder an.

Die Idee dahinter: Makler schicken mir ihre Aufnahmen, und ich bearbeite sie. Nicht jede Unterstützung muss gleich mit einem kompletten Fototermin anfangen.

Außerdem habe ich meinen Blick über Wohnimmobilien hinaus erweitert. Ferienwohnungen, Hotels, Restaurants und Geschäfte brauchen ebenfalls Bilder – etwa für ihre Website oder ihren Google-Auftritt.

Hat das sofort für neue Anfragen gesorgt? Bislang nicht.

Auch ein breiteres Angebot muss erst einmal bei den richtigen Leuten ankommen. Noch eine Sache, die auf dem Papier deutlich einfacher aussieht.

Aus einer Frage entsteht FotoStudio.

Nebenbei habe ich an einer weiteren Website gearbeitet: FotoStudio. Sie ist noch nicht gestartet.

Die Idee richtet sich an private Immobilienverkäufer. Viele haben bereits Fotos von ihrem Haus oder ihrer Wohnung. Was häufig fehlt, ist die Sicherheit bei der Auswahl.

Welche Bilder eignen sich fürs Inserat? Welche zeigen fast dasselbe? Und fehlt vielleicht eine wichtige Ansicht, ohne die man die Immobilie kaum versteht?

FotoStudio soll dabei helfen, eine klare Auswahl zu treffen und konkrete Verbesserungstipps zu bekommen.

Also nicht bloß: „Das Foto könnte besser sein.“ Sondern Hinweise, mit denen man tatsächlich etwas anfangen kann.

Wer danach Unterstützung braucht, soll passende Leistungen bei mir anfragen können. Zunächst geht es aber darum, mit den vorhandenen Bildern besser zurechtzukommen.

Vor der Kamera hört meine Entspanntheit auf.

Und dann wäre da noch Social Media.

Meine Vorstellung: ein paar Reels drehen, vielleicht ein YouTube-Video aufnehmen, zeigen, wer hinter Kauppe Visuals steckt.

Technisch bekomme ich eine Kamera aufgestellt. Davor zu stehen und selbst zu reden, ist offenbar eine andere Disziplin.

Ich finde das bisher so unangenehm, dass ich jeden Versuch wieder abgebrochen habe.

Der aktuelle Stand:

Vier Versuche. Vier Abbrüche. Null Material.

Hut ab an alle, die sich hinstellen und scheinbar selbstverständlich in die Kamera sprechen. Ich weiß inzwischen, dass mir das nicht einfach so von der Hand geht.

Ob da noch etwas kommt? Ich möchte es jedenfalls nicht bei vier Abbrüchen belassen.

Wo ich gerade stehe.

Seit Mitte August ist einiges entstanden. Nur eben noch nicht die Zahl an Aufträgen, die ich mir am Anfang ausgemalt hatte.

Ich habe erste Kundenaufträge umgesetzt, meine Website aufgebaut und überarbeitet, mich weitergebildet und neue Ideen entwickelt.

Ich habe aber auch Zeit in Umwege gesteckt und unterschätzt, wie viel Geduld die Kundengewinnung braucht.

Das ist gerade mein ehrlicher Zwischenstand.

Ich möchte Kauppe Visuals weiter aufbauen und dem Ganzen Zeit geben. Dabei genauer hinschauen, was wirklich hilft, statt einfach immer noch etwas Neues anzufangen.

Eine fünfte eigene Website muss dafür jetzt wirklich nicht sein.

Und falls Sie gerade Bilder für eine Immobilie, eine Unterkunft oder Ihre Geschäftsräume brauchen: Melden Sie sich gern. Dann schauen wir, was dafür sinnvoll ist.

Hinter der Kamera klappt es bei mir schließlich deutlich besser als davor.