Drohnenaufnahmen für Immobilien: Wann schaffen sie Mehrwert?
TOBIAS KAUPPE
Ein Haus von oben sieht erst mal gut aus. Klar. Aber nur, weil eine Drohne da ist, muss sie noch lange nicht hoch.
Für mich ist die Frage: Zeigt das Luftbild etwas, das man vom Boden aus nicht vernünftig erkennen kann? Wenn ja, ergibt es Sinn. Wenn wir hinterher nur noch ein weiteres Bild vom Dach haben, können wir uns den Aufwand auch sparen.
Was man von oben besser versteht
Vom Hauseingang aus sieht man die Einfahrt. Von der Terrasse aus den Garten. Wie das alles zusammenhängt, bleibt auf einzelnen Fotos manchmal unklar.
Ein Luftbild kann genau diese Lücke schließen. Wo steht das Haus? Wie liegen Garage, Garten und Zufahrt zueinander? Was befindet sich drumherum? Gerade bei großen Grundstücken, Hanglagen oder mehreren Gebäuden ist das hilfreich.
Wichtig dabei: Ein Foto zeigt Zusammenhänge. Verlässliche Grundstücksgrenzen oder Maße lassen sich daraus nicht einfach ablesen.
Nicht jedes Objekt braucht die Drohne
Bei einem Haus mit großem Garten, einer Gewerbeimmobilie oder einem Grundstück kann die Ansicht von oben viel erklären. Auch eine besondere Aussicht lässt sich so einordnen.
Bei einer Etagenwohnung ist die Sache weniger eindeutig. Wenn das Luftbild nur ein Dach zeigt und die Wohnung irgendwo darunter liegt, hilft das dem Interessenten wenig. Dann stecke ich die Aufmerksamkeit lieber in gute Innenaufnahmen und einen verständlichen Grundriss.
Man muss nicht alles machen, nur weil es geht. Welche Möglichkeiten es sonst gibt, steht bei meinen Leistungen.
Erst überlegen. Dann abheben.
Vor dem Termin klären wir, was auf den Bildern zu sehen sein soll. Zum Beispiel:
Das Haus zusammen mit Garten und Nebengebäuden.
Die Zufahrt und die Stellplätze.
Die Lage am Hang oder die Aussicht.
Das Gebäude im direkten Umfeld.
Das klingt unspektakulär. Spart aber hinterher eine Bildauswahl mit zwanzig ähnlichen Ansichten, von denen keine richtig etwas erklärt.
Autos, Mülltonnen und Gartengeräte sollten möglichst nicht die Hauptrolle übernehmen. Was vor dem Termin noch hilft, steht im Beitrag Immobilie fürs Fotoshooting vorbereiten.
Höher ist nicht automatisch besser
Wenn das Haus irgendwann aussieht wie ein Spielzeug zwischen anderen Spielzeugen, ist für die Vermarktung wenig gewonnen. Das Objekt soll erkennbar bleiben.
Und auch das schönste Luftbild zeigt nicht, wie sich das Wohnzimmer anfühlt oder ob man durch die Küche ins Bad muss. Dafür brauchen wir weiterhin Innenaufnahmen und einen Grundriss.
Wind hält sich nicht an den Terminplan
Wer aus Wilhelmshaven kommt, weiß das. Für einen Drohnentermin zählen deshalb nicht nur Datum und Uhrzeit, sondern auch Wetter, Wind, Sicht und Standort.
Ob ein Flug vor Ort möglich ist, muss anhand der aktuellen Bedingungen und Vorgaben geprüft werden. Ein fest eingeplanter Termin ist noch keine Garantie, dass die Drohne auch starten kann.
Zur Planung gehört außerdem die Privatsphäre. Personen, Kennzeichen und private Nachbarbereiche sollen nicht unnötig im Bild landen. Wir wollen die Immobilie zeigen. Nicht dokumentieren, was nebenan auf der Terrasse steht.
Das Luftbild muss nicht nach ganz vorne
Die Drohnenaufnahme ist nicht automatisch das Titelbild. Vielleicht zeigt ein Foto vom Wohnbereich viel besser, was das Haus ausmacht. Dann kommt das zuerst.
Das Luftbild folgt dort, wo es eine Frage beantwortet: Wie liegt das Haus? Was gehört zum Außenbereich? Wie sieht die Umgebung aus? Die Reihenfolge richtet sich nach dem Objekt, nicht nach dem verwendeten Gerät.
Mein Fazit: Ein guter Grund muss schon sein
Drohnenaufnahmen sind sinnvoll, wenn sie etwas verständlicher machen. Nur „von oben“ reicht mir als Grund nicht.
Sie sind unsicher, ob sich Luftaufnahmen für Ihr Objekt lohnen? Schicken Sie mir ein paar Angaben zur Immobilie und zur Lage. Dann schauen wir, ob die Drohne dafür etwas beitragen kann.