Immobilienmedien sinnvoll kombinieren
TOBIAS KAUPPE
Fotos, Grundriss, Drohne, 360°-Rundgang. Man kann bei einer Immobilie einiges auffahren. Die Frage ist nur: Braucht sie das alles?
Ich finde: Jedes Medium sollte etwas erklären, das sonst fehlt. Viermal dieselbe Information wird nicht besser, nur weil sie aus vier Geräten kommt.
Fotos: Erst mal zeigen, worum es geht
Eine gute Bildserie zeigt die wichtigsten Räume, das Licht und die Besonderheiten des Objekts. Interessenten sollen einen Eindruck bekommen, bevor sie sich durch die Details arbeiten.
Dafür brauchen wir nicht zwölf Ansichten derselben Sofaecke. Eine klare Auswahl bringt mehr als eine volle Galerie. Der Wohnbereich, die Küche, die Außenansicht: Was wichtig ist, bekommt Platz.
Die Fotos sollen die Immobilie gut zeigen. Aber schon noch die Immobilie, die später auch besichtigt wird.
Grundriss: Wo geht’s hier lang?
Ein Foto zeigt das Wohnzimmer. Der Grundriss erklärt, wie man hineinkommt und welcher Raum danebenliegt.
Das ist besonders hilfreich bei mehreren Etagen, Durchgangszimmern oder einer ungewöhnlichen Aufteilung. Ohne Plan kann aus einer schönen Bildserie schnell ein kleines Rätsel werden.
Oft reicht ein sauberer 2D-Grundriss. Ob eine räumliche Darstellung zusätzlich hilft, erkläre ich im Beitrag 2D- oder 3D-Grundriss: Was passt zum Exposé?.
Drohne: Wenn das Drumherum wichtig ist
Bei einem Haus mit großem Garten möchte man wissen, wie alles zusammenliegt. Wo ist die Zufahrt? Wo stehen die Nebengebäude? Wie liegt das Haus zur Umgebung?
Das kann eine Luftaufnahme gut zeigen. Bei einer Wohnung im zweiten Stock bringt ein zusätzliches Dachfoto dagegen möglicherweise wenig.
Die Drohne ergänzt also dort, wo die Ansicht vom Boden nicht ausreicht. Sie muss nicht bei jedem Objekt mit auf die Liste.
360°: Den Zusammenhang selbst erkunden
Ein Rundgang lässt Interessenten selbst durch die freigegebenen Räume gehen. So wird verständlicher, wie die Zimmer zusammenhängen.
Das kann bei verwinkelten Häusern, größeren Objekten oder Interessenten mit weiter Anreise nützlich sein. Eine kleine, übersichtliche Wohnung lässt sich oft schon mit Fotos und Grundriss gut erklären.
Für Musterhäuser kann eine ausführlichere Tour sinnvoll sein, die zusätzlich Ausstattung und Details zeigt. Den Unterschied beschreibe ich im Beitrag 360°-Rundgang oder virtuelle Tour: Was passt?.
Drei Beispiele statt eines Pakets für alles
Bei einer übersichtlichen Wohnung würde ich zuerst auf gute Fotos und einen lesbaren 2D-Grundriss schauen. Damit sind viele Fragen schon beantwortet.
Bei einem Haus mit großem Grundstück können Luftbilder dazukommen. Dann versteht man neben den Räumen auch Garten, Zufahrt und Lage.
Bei einer größeren Gewerbeimmobilie mit auswärtigen Interessenten kann zusätzlich ein 360°-Rundgang helfen. Nicht, weil die Liste dann vollständig ist. Sondern weil man sich die Wege durch das Gebäude besser vorstellen kann.
Das sind Beispiele, keine feste Einkaufsliste. Was passt, hängt vom jeweiligen Objekt ab.
Und wo soll das Ganze hin?
Ein Titelbild muss auch als kleine Vorschau im Immobilienportal funktionieren. Ein Grundriss muss auf dem Handy lesbar bleiben. Und ein Rundgang bringt wenig, wenn ihn niemand findet oder er sich auf der gewählten Plattform nicht sinnvoll einbinden lässt.
Deshalb klären wir vorab, wo die Inhalte gebraucht werden: im Portal, im Exposé, auf einer Objektseite oder auf Social Media. Dann können Auswahl und Formate dazu passen.
Lieber passend als möglichst viel
Vor der Auswahl reichen erst mal drei Fragen: Was ist an der Immobilie wichtig? Was lässt sich mit Fotos allein schlecht erklären? Und wo sollen Interessenten die Inhalte sehen?
Daraus ergibt sich, was wir brauchen. Den Rest dürfen wir weglassen. Ist auch mal ganz angenehm.
Sie haben ein Objekt in Bonn, Koblenz oder der Eifel und wissen noch nicht, welche Kombination passt? Schreiben Sie mir kurz, worum es geht. Die möglichen Bausteine finden Sie unter Leistungen und Digitale Objektaufbereitung.